Aktionstag von Seebrücke und Balkanbrücke Samstag 30.1.2021 von 13 – 15 Uhr Treffpunkt Samstag, den 30.1.2021 um 13.00 Uhr am Marktplatz Karlsruhe

Rettet die Flüchtlinge aus den Lagern an den EU – Außengrenzen – wer schweigt macht sich mitschuldig. Sofortige Evakuierung der Lager und Aufnahme der Flüchtlinge !
Beteiligt Euch am dezentralen Aktionstag von Seebrücke und Balkanbrücke!
Zeigt Eure Meinung am Samstag, den 30.1.2021 öffentlich von 13 bis 15 Uhr in der Karlsruher Innenstadt. Treffpunkt Samstag, den 30.1.2021 um 13.00 Uhr bei der Mahnwache mit Lautsprecheranlage am Karlsruher Marktplatz nördlich der Pyramide.
Von dort könnt Ihr zu zweit mit Schild oder Transparent in die Innenstadt ausschwärmen. Am Infostand sind auch Schilder vorhanden für die, die keine mitbringen können.
Wir wollen auf die dramatische Situation aufmerksam machen und die sofortige Evakuierung der Lager und Aufnahme der Flüchtlinge – auch in Karlsruhe – und Bleiberecht fordern. Bitte macht Bilder von Eurer Aktion. Achtet dabei bitte darauf, dass immer maximal 2 Personen unterwegs sind und haltet jeweils mindestens 2 m Abstand zu allen anderen. Vorsichtshalber sollte auch alle gemäß der aktuellen Empfehlung der Bundesregierung eine Gesichts-Schutzmaske tragen.

Stoppt die organisierte Unmenschlichkeit ! Für dezentrale menschenwürdige Unterbringung – für alle Menschen. Stoppt die Abschiebungen ins Elend !
Gleiche Rechte für alle Menschen – weltweit. Globale Bewegungsfreiheit und ein gutes Leben für alle!

Nach wie vor sind zehntausende Flüchtlinge in den Lagern an den Außengrenzen der EU auf engstem Raum zusam-mengepfercht, wie zB. auf den griechischen Inseln oder an der Grenze zu Kroatien in Bosnien-Herzegowina. Die Lage wird immer bedrohlicher. Eine corona-Infektion würde sich explosionsartig im Lager ausbreiten mit verheeren-den bis tödlichen Folgen für die Flüchtlinge, die durch ihre Fluchtgeschichte oft sowieso gesundheitlich geschwächt sind. Nachdem mehr als 160 Städte in Deutschland ihre Aufnahmebereitschaft erklärt haben ist es fast schon zynisch, wenn sich die Bundesregierung die Zustände in den Lagern beklagt, aber den Städten verbietet, diese aufzunehmen. Es gibt also genug Gründe dagegen zu protestieren, und die Aufnahme der vom Tode Bedrohten auch in Corona-Zeiten zu fordern.
Unter dem Motto: „BW- Sicherer Hafen zum Kommen & Bleiben“ wollen die Seebrücken Ba-Wü auf die prekäre Situ-ation geflüchteter Menschen an den Außengrenzen Europas und hier vor Ort aufmerksam machen. Sie fordern sichere Bleibeperspektiven und ein Landesaufnahmeprogramm in Baden-Württemberg. Die unwürdige Situation an den europäischen Außengrenzen muss sofort beendet, und Menschen mit Fluchterfahrungen, die bereits in Deutsch-land ein Zuhause gefunden haben, vor Abschiebungen geschützt werden. Wir fordern, dass schutzsuchende Men-schen kommen und auch bleiben dürfen: Baden-Württemberg soll ein Sicherer Hafen sein!
Am gleichen Tag ruft auch die Balkanbrücke unter dem Motto „Grenzen töten“ zu einem gemeinsamen Aktionstag auf, um auf die Situation in Bosnien und Herzegowina und besonders dem Camp Lipa aufmerksam zu machen.
Wir wollen die Menschenrechtsverletzungen entlang der sogenannten Balkanroute und der dortigen Grenzen nicht mehr länger hinnehmen. Denn diese sind, genau wie die Kriminalisierung der Seenotrettung, Teil der rassistischen und tödlichen Abschottungspolitik der EU. Die sogenannte „neue“ Balkanroute verläuft seit der Grenzschließung Ungarns und dem immer härteren Grenzregime in Ländern wie Serbien durch Bosnien-Herzegowina. Dort sitzen Menschen auf der Flucht unter menschenunwürdigen Bedingungen fest mit dem Ziel nach Nord-und Westeuropa zu gelangen.
Im Sommer brannte das Lager Moria auf Lesbos, am 23.12.2020 ist das Camp Lipa im Nordwesten Bosniens fast vollständig abgebrannt. Tausende sind schutzlos sind Schnee und Kälte ausgeliefert. Das Camp wurde vorher von der Internationalen Organisation für Migration betrieben. Es war nicht winterfest, es gab keinen Strom und es gab kein fließend Wasser. Deswegen wurde das Camp geräumt. Eine ausreichende menschenwürdige Unterbringung für die Schutzsuchenden gab es nicht. Bereits vor dem Brand war die Lage für geflüchtete Menschen in Bosnien katastrophal: Tausende mussten in Wäldern und Ruinen ausharren.
Die EU und Deutschland nehmen diese Verhältnisse nicht nur in Kauf, sondern haben sie bewusst herbeigeführt. An der kroatischen Außengrenze zu Bosnien wird Schutzsuchenden mit allen Mitteln der Zugang zur EU verwehrt. Die Grenzpolizei führt Pushbacks durch, bei denen systematisch Gewalt eingesetzt wird. Die deutsche Bundesregierung unterstützt dieses Vorgehen –erst im Dezember wurden der kroatischen Grenzpolizei 20 Fahrzeuge im Wert von 800.000 Euro geschenkt. Vucjak, Moria, Lipa – die Namen der Camps wechseln, doch was sie zeigen, bleibt gleich: Die EU setzt auf Abschottung um jeden Preis!
Wir fordern:
1. Wir fordern die sofortige Evakuierung aller Lager und dezentrale menschenwürdige Unterbringung und Bleiberecht für die Betroffenen. Die Bundesregierung muss sofort handeln und die Lager evakuieren. In Deutschland stehen Länder und Kommunen zur Aufnahme bereit. Die Aufgenommenen brauchen aber auch eine sichere Bleibeperspektive.
3. Stoppt die Abschiebungen – trotz Corona werden Menschen weiterhin selbst im Winter aus Deutschland abge-schoben. Es ist untragbar Menschen in Länder abzuschieben, in denen sie womöglich weiterhin Elend, Gewalt und einer drohenden Ansteckung mit dem Corona-Virus ausgesetzt sind.
4. Sofortiger Stopp der gewaltsamen Pushbacks an den europäischen Außengrenzen. Die bundesdeutsche Unter-stützung für die kroatische Grenzpolizei, lybische Küstenwache und Frontex muss sofort gestoppt werden. Das Recht aller Menschen auf legale Migration in die EU und zu einem fairen Asylverfahren muss endlich eingehalten werden!
#WirhabenPlatz und fordern #AufnahmeStattAbschottung
No border, no nation, start evacuation!
Kontakt: Seebrücke Karlsruhe seebruecke-ka@gmx.de