Die Roma in der Corona-Krise – Diskriminierung, Vertreibung und Gegenwehr Veranstaltung – Montag 26.10.2020 19.00 Uhr Kulturzentrum TOLLHAUS – Alter Schlachthof 35 in Karlsruhe

Wg corona mit Schutzmaske und Abstand
Roma-Aktivisten aus Serbien und Nordmazedonien berichten:
Der Flüchtlingsrat BW führt Ende Oktober 2020 eine Veranstaltungsreihe zur Situation der Roma im Ex-Jugoslawien und zur Arbeit von Organisationen der Roma-Community zur Verbesserung der Situation durch. (s.u.) Es ist uns erfreulicherweise gelungen auch eine Veranstaltung in Karlsruhe am 26.Oktober 2020 zu vereinbaren.
Als Referenten kommen
- Fadil Kurtic von URI (Verband der Roma-Intellektuellen), der Beratung und Unterstützung für die lokale Roma-Community anbietet und zahlreiche Projekte in Kooperation mit internationalen Partnern umsetzt und
- Albert Memeti – Wirtschaftswissenschaftler und Programmdirektor bei Romalitico in Skopje / Nordmazedonien – einer NGO, die von jungen Roma-Akademiker*innen verschiedener Fachrichtungen gegründet wurde und sich mit Analysen, Lobbyarbeit, Politikberatung sowie Basisarbeit zur Förderung des politischen Engagements in der Roma-Community betätigt. Aktuell ist er in einer Protestkampagne gegen Polizeigewalt gegen Roma aktiv.
Wg corona braucht es zur Zeit große Räumlichkeiten.
Die Veranstaltung findet daher am Montag, den 26.Oktober im kleinen Saal im Tollhaus statt.
Beginn ist 19.00 Uhr.
x Die Unterstützer*innen in Karlsruhe sind bislang.:
Aktionskreis Intenationalismus Karlsruhe (AKI), Antirassistische Initiative Grenzenlos Karlsruhe, GEW Nordbaden, Gesellschaft für bedrohte Völker Regionalgruppe Karlsruhe, Interventionistische Linke Karlsruhe (IL), LAG Migration-Antirassismus Die Linke Ba-Wü, Seebrücke Karlsruhe, ver.di Mittelbaden-Nordschwarzwald mit Unterstützung des Kulturzentrum TOLLHAUS e.V.
Die Roma in der Corona-Krise – Diskriminierung, Vertreibung und Gegenwehr
Die Coronavirus-Pandemie hat sich in vielen Ländern Ost- und Südosteuropas überproportional stark auf die Roma-Community ausgewirkt. Prekäre oder gänzliche fehlende Arbeitsverhältnisse, mangelnde soziale Absicherung und schlechte Wohnverhältnisse, die das Einhalten von Hygieneregeln unmöglich machen, prägen das Leben vieler Minderheitsangehöriger. Ebenso die Gefahr von Übergriffen aus der Mehrheitsbevölkerung bzw. von der Polizei.
Über diese Situation berichten die Referenten exemplarisch anhand der Länder Serbien und Nordmazedonien. Sie berichten zudem über die Arbeit ihrer jeweiligen Organisationen zur Verbesserung der Situation der Roma, und über die allgemeine Situation in beiden Ländern, in denen es dieses Jahr jeweils Parlamentswahlen gab. Beide Länder streben in die EU. Wie realistisch ist diese Perspektive und was bedeutet sie für die Roma?
Keine Abschiebung ins Elend!
Viele Roma sind in Folge des völkerrechtswidrigen Jugoslawienkriegs vertrieben worden und werden bis heute dort diskriminiert und verfolgt. Trotzdem werden aus Deutschland und vor allem aus Baden-Württemberg – vom Baden Airpark – regelmäßig Menschen in diese Ländern abgeschoben. Daran hat sich trotz Corona Reisewarnung nichts geändert.
Mit der Veranstaltungsreihe soll einer seltenen und wichtigen Perspektive auf die Frage der Migrationspolitik zwischen Deutschland und dem Westbalkan Raum geboten werden, nämlich die Perspektive von Roma-Organisationen, die vor Ort in den Communitys aktiv sind. Sie berichten aus erster Hand über die Lage und über die Probleme und Bedarfe der Roma in Serbien und Nordmazedonien.
Die Referenten:
Fadil Kurtic ist bereits 2018 im Rahmen der erfolgreichen Vortragsreihe „Die Roma sind nicht schuld am Krieg in Syrien“ mit Unterstützung der RLS als Referent aufgetreten. Er war in den 90er Jahren Polizist in Serbien, hat im Kosovokrieg den Kriegsdienst verweigert und ist nach Deutsch-land geflüchtet. Nach seiner erzwungener Rückkehr hat er sich für die Belange der Roma in seiner Heimatstadt Vladicin Han eingesetzt – u.a. als Roma-Beauftragter der Stadt. Aktuell engagiert er sich in dem Verein URI (Verband der Roma-Intellektuellen), der Beratung und Unterstützung für die lokale Roma-Community anbietet und zahlreiche Projekte in Kooperation mit internationalen Partnern umsetzt.
Albert Memeti ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und Programmdirektor bei Romalitico in Skopje / Nordmazedonien – einer NGO, die von jungen Roma-Akademiker*innen verschiedener Fachrichtungen gegründet wurde und sich mit Analysen, Lobbyarbeit, Politikberatung sowie Basis-arbeit zur Förderung des politischen Engagements in der Roma-Community betätigt. Aktuell ist er in einer Protestkampagne gegen Polizeigewalt gegen Roma aktiv.
Wegen Corona wird die Veranstaltung mit Schutzmasken und Abstand durchgeführt. Wir haben extra einen großen Saal genommen mit entsprechendem Vorraum. Außerdem versuchen wir die Veranstaltung per Live-streaming zu übertragen.
Spenden für die Veranstaltung bitte auf Konto:
Flüchtlingsrat Baden-Württemberg e.V. , GLS Bank, BLZ 430 609 67, Kto. Nr. 70 07 11 89 01, IBAN: DE66 4306 0967 7007 1189 01, BIQ: GENODEM1GLS – Stichwort Roma-Veranstaltung KA 26-10-20
- Wenn mehr Geld als die Veranstaltungskosten hereinkommt geht dies an die 2 Roma-Organisationen