Beteiligt Euch an den Aktionen am „Tag der Pflege“ – Dienstag 12.5.2020 in Karlsruhe

Kommt zur Kundgebung am Tag der Pflegenden, 12.Mai, 17:00 Uhr, Marktplatz in Karlsruhe
Kontakt und Infos: www.facebook.com/KrankenhausstattFabrik
Aufruf von Krankenhaus statt Fabrik Karlsruhe: Medical Workers – Gegen das Virus – Wir arbeiten in allen Bereichen der Krankenhäuser, Altenheime und der ambulanten Pflege: als Pfleger*innen, Ärzt*innen, Handwerker*innen, MTAs, Rettungssanitäter*innen, Reinigungskräfte, Therapeut*innen, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, in Küche, Logistik, Krankentransport oder im Labor. Wir sind keine Held*innen, sondern professionell Tätige in einem gesellschaftlich existenziellen Bereich. Bis heute sind wir schlecht entlohnt und arbeiten unter unzumutbaren Bedingungen. Und wir müssen seit Jahren erleben, wohin uns die Sparpolitik im Gesundheitswesen führt:
Viele Krankenhäuser wurden dicht gemacht, die übrigen wie Fabriken umstrukturiert, Stellen und Betten massiv abgebaut und viele Bereiche ausgegliedert. Seit Einführung des DRG-Sytems der Fallpauschalen sind Privatisierung und Profitorientierung die Maxime. Jetzt in der Covid-19-Krise rächt sich diese Politik besonders.
Jetzt plötzlich anerkennen die Regierungen und politisch Verantwortlichen in Stadt und Land unsere Systemrelevanz.
Doch nach dieser Pandemie darf es nie mehr ein Zurück geben zur Situation davor. Wenn es zukünftig nicht auch bei uns zu Situationen wie in Bergamo, Madrid, Strasbourg oder New York kommen soll, sind sofortige grundlegende Konsequenzen unabdingbar:
Unsere Forderungen:
 Kostendeckungsprinzip in der Krankenhausfinanzierung – Sofortige Abschaffung der DRGs
 Ausreichende gesetzliche Personalbemessung in allen Bereichen des Gesundheitswesens
 Schutz der Patient*innen, Beschäftigten und Heimbewohner*innen durch ausreichende Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel und Tests – auch flächendeckend in Altenheimen und der ambulanten Pflege
 Dauerhafte, deutlich höhere tarifliche Entlohnung und für alle tariflosen Bereiche eine Übernahme durch Allgemeinverbindlichkeitserklärung. Eine einmalige Prämie während der Krise ist nicht ausreichend
 Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen und aus dem Beruf vertreiben, z.B. 35-Stunden-Woche
 ein demokratisch kontrolliertes, solidarisches Gesundheitssystem ausschliesslich in öffentlicher Hand, das ausschliesslich am medizinischen Bedarf ausgerichtet ist und nicht an Gewinnerzielung

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
In Zeiten der Corona-Krise zeigt der Kapitalismus für alle deutlich sichtbar sein hässlichstes Gesicht.
Die Erfahrung lehrt uns: Wenn die Corona-Pandemie überwunden ist, wird all dieses schnell wieder in Vergessenheit geraten.Jetzt ist es an der Zeit solidarische Alternativen aufzuzeigen.
Wegen der Corona-Krise wird nun allen deutlich, wo vor wir seit Jahren warnen: Die Privatisierungsmaßnahmen haben weltweit die Gesundheitssysteme kaputt gespart. Betroffen sind auch jetzt wieder besonders die Marginalisierten weltweit, die Wanderarbeiter_innen, die Menschen ind en favelas, barrios, slums oder einfach Armenvierte am Rande der Megacities. Das heißt aber auch, dass wir jetzt unsere Alternative für ein nichtprofitorientiertes vergesellschaftetes Gesundheitswesen unter Kontrolle der Beschäftigten und Patientinnen präsentieren müssen, zu dem alle ohne Ausnahme Zugang haben. Gesundheitswesen ist ein Bereich der Daseinsfürsorge. Alle Bereiche der Daseinsfürsorge dürfen nicht privatwirtschaftlich oder profitorientiert organisiert werden. Es liegt an uns allen dies durchzusetzen.