Internationaler Frauentag – „Machen wir das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Frauenbefreiung!“ Veranstaltung des Frauenbündnis, Sonntag, 8.3.2020 in Karlsruhe, Saal – Jubez am Kronenplatz – ab 17 Uhr: Kaffee & Kuchen – ab 18 Uhr: feministische Politik & Kultur – Livemusik: GIZEM Songs & Gitarre * Samstag, 7. März Straßenbahnaktion 13 – 15 Uhr Treffpunkt: Infostand Marktplatz

„Machen wir das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Frauenbefreiung!“
Macht mit beim Internationalen Frauentag 2020!
* Samstag, 7. März Straßenbahnaktion 13 – 15 Uhr Treffpunkt Stand Marktplatz
* Sonntag, 8. März Veranstaltung ab 17 Uhr: Kaffee & Kuchen ab 18 Uhr: feministische Politik & Kultur
Livemusik: GIZEM Songs & Gitarre
Jubez am Kronenplatz Eingang Jubez-Café Karlsruhe
Veranstaltet vom Frauenbündnis 8. März
Mit Unterstützung von:
DGB Nordbade,n Frauen aus ver.di, IG Metall und GEW, Frauen vom Kurdischen Gesellschaftszentrum, Grüne Jugend Karlsruhe, Migrantinnenverein Karlsruhe e.V., Feministisches Kollektiv Karlsruhe e.V., DIE LINKE, Interventionistische Linke (IL) Karlsruhe, laut*lila*links, ofT – offenes feministisches Treffen
Abendveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Jubez

Die Welt ist in Aufruhr. Proteste gegen Not, Gewalt, Krieg und Demokratieabbau sind überall. Ob in Chile, in Frankreich, den USA oder im Sudan – Frauen gehen bei den Demonstrationen voran. Aber nicht nur das: Frauen SIND heute die treibende Kraft im Kampf gegen Krieg, Verarmung und politische Unterdrückung geworden. Dies ist an den Protesten von Millionen Frauen in vielen Ländern auf allen Kontinenten abzulesen.
Die feministische Rebellion ist heute die wichtigste gesell-schaftliche Kraft für eine eman-zipatorische Umwälzung der Gesellschaft.
Wir Frauen können also viel in Bewegung bringen, wenn wir uns entscheiden, ungehorsam und unangepasst zu sein. Wenn wir nicht mehr mitspielen im System von Konsum und Ausbeutung, wenn wir unsere zugewiesene Friedfertigkeit ablegen und konsequent und mutig für unsere Interessen eintreten, unser Leben in die eigenen Hände nehmen.
„Machen wir das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Frauenbefreiung!“ Dieser Aufruf der Frauen der kurdischen Freiheitsbewegung richtet sich an alle Frauen der Welt: Machen wir endlich Schluss mit patriarchalen Herrschaftsverhältnissen!
Die Lebensrealitäten und die Unterdrückung von Frauen sind auf dieser Welt zwar sehr unterschiedlich, aber überall kämpfen Frauen gegen Femizide und Gewalt, für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und für Selbstbestimmung.
Feministische Kämpfe sind auch in der BRD eine stetige gesellschaftliche Kraft, doch mit der politischen Rechtsentwicklung breiten sich Antifeminismus und Frauenfeindlichkeit aus. Die aktuelle Auseinandersetzung um die §§218/219a macht das deutlich. So zeigen selbsternannte „Lebensschützer“ aus der rechten Ecke Ärztinnen an, weil sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen und darüber informieren. StaatsanwältInnen und RichterInnen kriminalisieren diese Ärztinnen. Das hört erst auf, wenn der §218 ersatzlos gestrichen ist! Der Kampf um reproduktive Gerechtigkeit ist ein Kristal-lisationspunkt feministischer Kämpfe nicht nur in der BRD, sondern international verbindend.
Unser Feminismus ist antikapita-listisch, antirassistisch und inter-nationalistisch. Wir wissen: Wenn wir die Arbeit niederlegen – egal ob bezahlt oder unbezahlt – steht die Welt still! Wir verstehen uns als Teil der weltweiten Frauenstreikbewegung.
Kämpfen wir für neue Umgangs- und Lebensformen, brechen wir mit patriarchalen Normen, unterwandern wir den gesellschaftlich verankerten Antifeminismus, erarbeiten wir einen neuen Gesellschaftsvertrag auf antikapitalistischer-feministischer Grundlage. Stellen wir unsere Vorstellungen einer solidarischen Gesellschaft den jetzigen Verhältnissen entgegen.
Wir brauchen eine starke kämpferische Frauenbewe-gung. Es geht nicht um den Aufstieg einzelner Frauen in Chefetagen, sondern um die Befreiung der Vielen. Es braucht uns alle. Feministisches Bewußtsein und Aktivismus entstehen nicht als Planspiel, sondern im Gemeinsamen – in Kämpfen, Diskussionen und kollektiver Organisierung.
Erkämpfen wir uns unsere Welt!

Was bedetutet uns der Internationale Frauentag
Es wird sich von selbst nichts ändern! In diesem Bewusstsein riefen die Teilnehmerinnen der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 191O in Kopenhagen den Internationalen Frauentag ins Leben. In den Jahren zuvor hatten Tausende Tabak- und Textilarbeiterinnen in den USA monatelang für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten gestreikt. Viele wurden verhaftet und kamen ins Gefängnis. Während dieser Frauenstreiks entstand die Idee eines gemeinsamen jährlichen Kampftages zur Durchsetzung von Frauenforderungen. Die Idee des Internationalen Frauentages breitete sich aus.
Der Internationale Frauentag steht politisch in der Tradition gemeinsamer Kämpfe für eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Die Befreiung der Frauen – nicht Gleichheit in der Ungleichheit – war das Ziel. Dem schließen wir uns an. Deshalb ist Feminismus ohne Kapitalismuskritik für uns undenkbar. Kampf um Emanzipation und Frauenrechte hier darf nicht auf Kosten der Frauen in anderen Teilen der Welt erfolgen. Frauenarmut, Gewalt gegen Frauen und Frauenhandel, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sind nach wie vor zentrale frauenpolitische Themen.
Viele Frauen in aller Welt setzen sich mit ihrem Herzen, ihrem Verstand, ihrem Mut und oft auch mit ihrem Leben für emanzipatorische Veränderungen ein, kämpfen gegen Patriarchat und die Auswirkungen neoliberaler kapitalistischer Politik gleichermaßen. Mit ihnen fühlen wir uns verbunden, ihnen gilt unsere Solidarität, mit ihnen suchen wir nach kollektiven Lösungen und neuen Welten.
Am Internationalen Frauentag machen wir deutlich, dass der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben immer noch auf der Tagesordnung steht. Nicht nur am 8.März, sondern 365 Tage im Jahr.