Abschieben in ein Leben mit Würde? Die Politik mit der Angst – Dublin-Abschiebungen nach Italien und die Folgen für die Geflüchteten

Informations- und Diskussionsveranstaltung – „Dublino tre, dritti zero“ – Dublin 3 – Menschenrechte 0
Vortrag von Yasmine Accardo LasciateCIEntrare (Italien)
Freitag, den 24.Januar 2020 – 20 Uhr – Café Palaver, Steinstr.23 (Gewerbehof) in Karlsruhe
veranstaltet von u.A. Offenes Antirassistisches Treffen Karlsruhe, Aktionskreis Internationalismus (AKI Karlsruhe), Interventionistische Linke (IL Karlsruhe)
Die Würde des Menschen ist (un)antastbar…
Was deutsche Abschiebungen betrifft, belegt Italien einen traurigen ersten Platz: In kein anderes Zielland wurden 2019 mehr Menschen abgeschoben als nach Italien.
Auch der Region Karlsruhe finden regelmäßig solche Abschiebungen statt – vor allem aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung – unter der Federführung des Regierungspräsidiums, das für die Abschiebungen aus dem süddeutschen Raum federführend ist.
Es wird abgeschoben, obwohl NGOs seit Jahren von der menschen-unwürdigen Situation vor Ort berichten. Nach wie vor häufen sich Be-richte von Personen, die sich in Italien ohne staatliche Unterstützung mit einem Leben in der Obdachlosigkeit und Illegalität konfrontiert se-hen.
Was die Menschen nach einer Abschiebung in Italien erwartet, darü-ber spricht Yasmine Accardo von LasciateCIEntrare.* Der Vortrag geht auf die Auswirkungen der Dublin-III-Verordnung ein. Die aktuell gän-gige Praxis zeigt, wie Menschen legal wie „sozial“ unsichtbar gemacht werden. Anhand von eigenen Fallstudien zeigt Accardo wie chaotisch und willkürlich das italienische Asylsystem ist und dass es auch allein-stehenden keinen „Sicheren Hafen“ bzw. ein Leben in Würde bietet.
Da keine einheitlichen Aufnahmeverfahren existieren, kommen viele Geflüchtete ohne soziale oder rechtliche Orientierung in Italien an. Am Ende sind sie es, die mit dem massiven Risiko von Missbrauch und Ausbeutung einen hohen Preis für die verschärfte deutsche und euro-päische Asylpolitik zahlen müssen.
*Die zivilgesellschaftliche Initiative wurde 2011 mit dem Ziel gegründet, den freien Zugang von Vertreter*innen aus Presse, Vereinen und Organisationen in den Abschiebehafteinrichtungen (CIE) zu fordern. Sie kämpft unter ande-rem für die Schließung dieser Einrichtungen und liefert Untersuchungen zu den schlechten Aufnahmebedingungen sowie den schmutzigen Geschäften mit der Aufnahme von Geflüchteten.
Kontakt: Offenes Antirassistisches Treffen Karlsruhe – antira@soli-karlsruhe.de
Aktionskreis Internationalismus (AKI Karlsruhe) – info@aki-karlsruhe.de
Interventionistische Linke (IL Karlsruhe) – il-karlsruhe@riseup.net , www.ilkarlsruhe.blogsport.de/