Weg mit 218 und 219a STGB Keine Krinminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen! Kämpferische Demonstration am 28.9.219 in Karlsruhe

Mit den Forderungen: „Weg damit! Ersatzlose Streichung der §§218 / 219a! Für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Mädchen!“ gingen am Samstag 200 Menschen in Karlsruhe auf die Straße.
Organisiert vom Karlsruher Frauenbündnis „Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau“, bewegte sich der laute und bunte Demozug nach einer Auftaktkundgebung mit dem Fronttransparent: „§218 – Ersatzlose Streichung! Weder Fristen noch Zwangsberatung!“ durch die Innenstadt Karlsruhes durch die Einkaufsmeile. Forderungen wie „Schwangerschaftsabbruch darf kein Tabuthema sein!“, „Schluss mit der Entmündigung und Bevormundung von Frauen!“ Keine Kontrolle durch Staat oder Kirche über die Lebensentscheidungen von Frauen!“ „Mein Bauch gehört mir!“ „Kinder oder keine, entscheiden Frauen alleine!“ waren auf vielen Schildern und Transparenten zu lesen. Bunte Stoffschlangen mit entsprechenden Aufschriften schlängelten sich durch die Demo hindurch.
In einem Beitrag wurde über internationale Kämpfe gegen das Abtreibungsverbot berichtet: In Polen gab es einen erfolgreichen Kampf der Frauen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts. In Irland haben die Frauen nach vielen Jahren eine Liberalisierung des restriktiven Abtreibungsrechtes erkämpft.
2 aktuelle Beispiele aus Marokko und Ecuador über den Kampf der Frauen gegen Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen:
- Hunderte marokkanische Frauen erklären in einem von der französischen Schriftstellerin Leïla Slimani mit verfassten Manifest, sie hätten einen Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen. „Wir marokkanische Bürgerinnen sind Verbrecherinnen“, heißt es in der Erklärung, der unter anderem in Le Monde erschien. „Wir brechen ungerechte und überkommene Gesetze.“ Schwangerschaftsabbrüche sind in Marokko illegal. Das Manifest soll unter anderem eine marokkanische Journalistin unterstützen, die derzeit wegen Ehebruchs und Abtreibung vor Gericht steht. Vorbild für die Aktion ist das „Manifest der 343″ aus dem Jahr 1971, in dem 343 Französinnen ebenfalls erklärt hatten, eine Schwangerschaft abgebrochen zu haben, in Frankreich zu der Zeit noch illegal. Den Text hatte Simone de Beauvoir verfasst, zu den Erstunterzeichnerinnen gehörten unter anderem Marguerite Duras, Jeanne Moreau und Françoise Sagan. (sz 25.9.2019)
- In Quito kam es zu militantem Protest gegen das Abtreibungsverbot. Das Parlament in Ecuador hat gegen eine Lockerung des Abtreibungsverbots gestimmt und damit wütende Aktivistinnen auf den Plan gerufen. Einige versuchten die Absperrungen vor dem Parlamentsgebäude in Quito zu überwinden. Ein Gesetzentwurf zur Neufassung der geltenden Bestimmungen war am Dienstag mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Damit bleiben Schwangerschaftsabbrüche selbst nach Vergewaltigungen und bei einer Missbildung des Fötus verboten. Bei einem Verstoß drohen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren Haft. Abtreibungen sind nur dann erlaubt, wenn das Leben oder die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist oder eine Frau mit geistiger Behinderung vergewaltigt wurde. Frauenrechtsgruppen fordern, Abtreibungen in jedem Fall von Vergewaltigung zuzulassen. Aktivisten zufolge bringen jedes Jahr rund 2.500 Jugendliche in Ecuador nach sexuellen Übergriffen ein Kind zur Welt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung des konservativen südamerikanischen Landes sind katholisch. (AFP/jW 20-9-2019)

Solange die Abtreibung kriminalisiert ist, solange die §§218 /219a StGB nicht ersatzlos gestrichen sind, so lange werden wir Frauen unseren Kampf fortführen – überall auf der Welt.