Pflegenotstand ist behandelbar – Gesundheitskonferenz in Karlsruhe – Samstag, 5.10 2019 – 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr – Ver.di-Haus, Rüppurrerstraße 1a, 7.OG, 76137 Karlsruhe – Karlsruher Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ Für ein solidarisches Gesundheitswesen für alle jenseits von Markt- und Profitlogik

Profite pflegen keine Menschen. Keine Profite im Gesundheitswesen!
Gesundheitskonferenz
5.Oktober 2019; 13.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Ver.di-Haus, Rüppurrerstraße 1a, 7.OG; 76137 Karlsruhe
mit Beiträgen von u.a.:
Nadja Rakowitz (vdää); Volker Mörbe (verdi); ReferentInnen N.N.
zu folgenden Themen:
Folgen der Ökonomisierung der Krankenhäuser
Spahns neue Gesetze
gesetzliche Personalbemessung: wie weiter?
Gegenwehr der Beschäftigten
Situation der ambulanten Pflege in Karlsruhe
Veranstaltet vom Karlsruher Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“
mit Unterstützung von:
DGB Karlsruhe; DGB Karlsruhe Land; Ver.di Mittelbaden-Nordschwarzwald; Rosa Luxemburg Stiftung; Verein demokratischer Ärzte und Ärztinnen (vdää); Fraktion DIE LINKE im Gemeinderat Karlsruhe; Interventionistische Linke Karlsruhe (IL); Attac Karlsruhe, Aufstehen Karlsruhe, DKP Karlsruhe

Das Karlsruher Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ lädt ein zu einer Gesundheitskonferenz

Themen:
· Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung: da DRG-System (Fallpauschalen) und seine Folgen
· Was bringen Spahns neue Gesetze: Pflegepersonalstärkungsgesetz und Pflegepersonaluntergrenzen
· Protest und Initiativen von Beschäftigten und PatientInnen
· Situation der ambulanten Pflege in Karlsruhe
Unsere Ziele:
· Abschaffung des DRG-Fallpauschalen­systems
· Gesetzliche Personalbemessung in allen Bereichen des Gesundheitswesens orientiert am medizinischen Bedarf
· ein solidarisches Gesundheitswesen für alle jenseits von Markt- und Profitlogik
Am 5.10. wollen wir mit allen Interessierten und Betroffenen in und außerhalb des Gesundheitsbereichs Ideen und Vorstellungen entwickeln, wie wir gemeinsam dafür aktiv werden können.
Kontakt: www.facebook.com/KrankenhausstattFabrik

Keine Profite im Gesundheitswesen!
In den Krankenhäusern, Altenheimen und der ambulanten Pflege in Deutschland läuft etwas gewaltig falsch: Pflegenotstand, Unterversorgung der PatientInnen, unnötige Operationen, prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Ausbildungsbedingungen, Flucht aus dem er-lernten Beruf.
Zeitdruck und Arbeitsverdichtung machen die Beschäftigten selbst krank. An-statt ausreichender Ausbildung hier vor Ort werden Fachkräfte im Ausland ab-geworben, die dann dort fehlen. Auf der einen Seite: überlastete Notaufnahmen und vorzeitige Entlassungen, Geflüchtete werden nur unzureichend medizinisch versorgt. Auf der anderen Seite: Erlöse durch Überdiagnostik und –therapie v.a. von PrivatpatientInnen, durch unnötige, aber lukrative medizinische Eingriffe. Auf der einen Seite schlechte Bezahlung, Outsourcing und Lohndumping, auf der anderen Seite steigende Gewinne von Privatkliniken (z.B. Fresenius: ca. 1,75 Mrd Euro Dividendenausschüttung an Kapitaleigner in den letzten 5 Jahren). Diese Missstände muss man niemandem mehr erklären, sie sind offensichtlich für jeden von uns, der Kontakt mit dem Gesundheitswesen hatte oder bei Angehörigen miterlebt hat.
Der Grund für dieses Nebeneinander von Über- und Unterversorgung ist die umfassende Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung. Das Gesundheitssystem wird nach den Prinzipien von Profit und Konkurrenz organisiert. Schnäppchenjäger sind auf der Jagd nach lukrativen Angeboten auf diesem „Gesundheitsmarkt“. Das Unternehmen Krankenhaus muss Gewinne erwirtschaften, sonst muss es dicht machen. Leidtragende dieser Misere sind Beschäftigte und PatientInnen.
Eine der Grundlagen dieser ganzen Entwicklung ist das in Deutschland etablierte System der Krankenhausfinanzierung über Fallpauschalen (DRGs), das die Krankenhäuser gänzlich nach profitorientierten Kriterien ausrichtet. Doch dieses System ist nicht in Stein gemeißelt, es ist veränderbar: durch uns!
Pflegenotstand ist behandelbar
Ein Krankenhaus kann nicht nach denselben wirtschaftlichen Kriterien organisiert werden wie eine Fabrik. Die Gesundheitsversorgung in und außerhalb des Krankenhauses muss stattdessen nach den Bedürfnissen der Menschen organisiert werden, die dort arbeiten und versorgt werden.
Das Bündnis Krankenhaus statt Fabrik fordert deshalb die Abschaffung des DRG-Fallpauschalensystems. Was wir brauchen ist ein bedarfsbezogenes Modell der Krankenhausfinanzierung. Wir brauchen keine Privatisierung der Daseinsvorsorge, sondern ein solidarisches Gesundheitswesen, das gemein-wohlorientiert und demokratisch organisiert ist und das die Beschäftigten nicht kaputtmacht.
Dafür braucht es eine breite gesellschaftliche Bewegung, verbunden mit einer Aktivierung der Beschäftigten im Gesundheitswesen.
Profite pflegen keine Menschen.