Hilfe für Rojava – der Krieg ist noch nicht vorbei Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Michael Wilk Mittwoch, den 17.Juli 2019 – 19.30 Uhr Jubez-Café – Kronenplatz Karlsruhe

Der Arzt Dr. Michael Wilk war seit 2014 etliche Male in der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava) im medizinischen Hilfseinsatz. Er berichtete über die Lage der Geflohenen, das Gesundheitssystem und den Aufbau der Selbstverwaltung in Rojava/Nordsyrien und was wir zur Verteidigung der Errungenschaften und Unterstützung des Aufbaus tun können.
Veranstalter_innen:
Initiative Tatort Kurdistan, Aktionskreis Internationalismus (AKI Karlsruhe), Interventionistische Linke Karlsruhe (iL), Kurdisches Gesellschaftszentrum Karlsruhe eV, Offenes Antirassistisches Treffen Karlsruhe in Kooperation mit dem Jubez
Solidarität mit den Menschen in Rojava
In der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava) leben Menschen vieler Ethnien und Religionen friedlich zusammen. Oberste Prinzipien sind autonome Selbstverwaltung, Frauenemanzipation, Schutz und Beteiligung von Minderheiten und religiöse Toleranz.
Obwohl die IS-Herrschaft über weite Teile Rojavas beseitigt werden konnte, sind Angriffe auf die Bevölkerung weiterhin tägliche Realität. Ein Teil von Nordsyrien, Afrin, ist von der türkischen Armee und islamistischen Milizen besetzt. Andere Teile werden immer wieder von islamistischen Milizen mit Unterstützung der türkischen Armee und von IS-Zellen angegriffen, denen die Errungenschaften ein Dorn im Auge sind. Deren neueste Kriegsführung besteht u.A. in der Vernichtung der fruchtbaren Flächen durch Brandstiftung. Nachdem die letzten 2 Ernten schlecht ausgefallen waren, wurden dieses Jahr Hunderte von Hektar Weideland angezündet und die Ernte vernichtet. In den vergangenen Wochen kam es zu einer Vielzahl von verdächtigen Feldbränden in den befreiten Gebieten in Nord- und Ostsyrien. Allein in Raqqa wurden etwa 2600 Hektar reifes Getreide vernichtet. Der Exekutivrat von Cizîrê erklärte, die Brände zielten auf die Ökonomie: „Die Brände in der Region werden vorsätzlich und bewusst gelegt, um die Lebensgrundlage der Bevölkerung der Region und ihre Ökonomie zu zerstören.“
In Zusammenarbeit mit islamistischen Söldnertruppen will die Er¬dogan-Regierung ausradieren, was dort und in den ande¬ren Kan¬tonen Rojavas als ein politisches System demokrati¬scher Selbst¬verwaltung entstand. Die Bevölkerung organi¬siert sich in eigenen Versammlungen und Räten, um ihr Le¬ben über z.B. ethnische und religiöse Unterschiede hinweg gemeinsam zu gestalten. Die Frauen spielen dabei eine zent¬rale Rolle: Sie organisieren sich in allen Bereichen eigen¬ständig und sind maßgeblich an der Gestal¬tung des Ge¬meinwesens beteiligt. Die kurdischen Selbstverteidi¬gungs¬kräfte YPG und YPJ haben auch eine wesentliche Rolle in der Bekämpfung des IS und der Befreiung vieler Städte und Dörfer vor seiner Schreckensherrschaft ge¬spielt und vielen Menschen, die vor dem Krieg und dem IS geflohen sind Schutz geboten.