„Diese Welt muss unser sein!“ Freitag, 8. März 2019 – INTERNATIONALER Frauenkampftag in Karlsruhe

17:30 Uhr: Demonstration in Karlsruhe Treffpunkt Stephanplatz
20:00 Uhr: Veranstaltung Jubez am Kronenplatz (Großer Saal)

Programm:
★ Bilderschau zum Frauenstreiktag 1994 in Karlsruhe
★ Redebeiträge zur internationalen Frauenstreik-Bewegung und zur Care-Revolution
★ Essen & Getränke ★ Abtanzen ★ Eintritt 3 Euro
Veranstaltet vom Frauenbündnis 8. März- mit Unterstützung von:
DGB Nordbaden, Frauen aus ver.di, IG Metall und GEW, Frauen vom Kurdischen Gesellschaftszentrum, Migrantinnenverein Karlsruhe e.V., Feministisches Kollektiv Karlsruhe e.V., DIE LINKE, Interventionistische Linke (IL) Karlsruhe, laut*lila*links, ofT – offenes feministisches Treffen
Abendveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Jubez

Diese Welt muss unser sein!
Ohne die Arbeit von uns Frauen würde sich auf dieser welt kein Rad mehr drehen: Wir haben die Macht, die Welt anzuhalten und sie grundlegend zu verändern!
In den letzten Jahren hat der Kampf von uns Frauen weltweit einen sichtbaren Aufschwung genommen. Von Polen bis Argentinien, von New York bis Hong Kong, von Spanien bis Australien sind Frauen massenhaft gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen auf die Straße gegangen. Es
ist rund um den Globus eine Frauenstreikbewegung entstanden, die von einem Arbeitsbegriff ausgeht, der alle Formen von Frauenarbeit einbezieht – und die Verweigerung der Arbeit in allen ihren Bereichen als Kampfmittel einsetzt. Dabei können wir eine Vorstellung entwickeln, wie es sein würde, wenn wir im
Betrieb die Arbeit niederlegen und die Haus- und Pflegearbeit verweigern würden, uns weigern würden am Konsum teilzunehmen, wenn Schulen und Kindergärten schließen müssten, weil auch die Frauen in diesen Bereichen Ihre Arbeit niederlegen …
Alle Räder stehen still, wenn Frau es will!
Wir sind der Meinung es ist Zeit, dass die Frauenbewegung auch in der Bundesrepublik Deutschland wieder widerständig wird und wir der täglichen Gewalt, sexistischen Übergriffen, Angriffen auf das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, Altersarmut, Minderbezahlung und vielem mehr ein deutliches
ES REICHT entgegenhalten. Es ist wichtig, dass wir unsere Kämpfe an unterschiedlichen Punkten zusammenführen und die Forderung für ein freies und selbstbestimmtes Leben gegen Patriarchat und Kapitalismus voranbringen. Wir wollen nicht jedes Jahr erneut darüber debattieren müssen, was sich wieder verschlechtert hat und unsere bereits einmal erkämpften Rechte verteidigen müssen. Unser Ziel ist eine solidarische Gesellschaft, in der ein gutes Leben für alle als Maßstab gilt, Rassismus und Sexismus keinen Platz haben. Nicht das Profitstreben kann Richtschnur für politische Entscheidungen sein, sondern die Bedürfnisse der Menschen.
Wenn Gewinn- und Profitstreben vorherrscht, werden die Lebensgrundlagen gerade auch von Frauen angegriffen. Eines der wichtigsten Beispiele hierfür ist die Privatisierung des Care-Sektors. Ob im Krankenhaus, in der Kita oder im Pflegeheim: Gespart wird vor allem auf Kosten der Patient*innen
und des Personals, das überwiegend weiblich ist. Noch profitabler ist es natürlich, wenn Frauen Pflege- und Sorgearbeit kostenlos und klaglos im privaten Bereich erledigen. Die Auseinandersetzung
darüber, wer über eine Schwangerschaft und/oder deren Abbruch entscheidet, wird heute wieder öffentlich und kontrovers geführt. Die Diskussion um den §§ 218/219a ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.
Auch in der BRD hat eine Diskussion um einen Frauenstreik als wirksame feministische Kampfform begonnen. Wir verstehen uns als Teil der internationalen Frauenstreikbewegung und wollen deshalb am 8. März 2019 auch in Karlsruhe ein deutliches Zeichen setzen: Dieses Jahr soll ein Jahr des Frauenwiderstandes werden. Kurz gesagt: Nur ein bisschen besser zu gestalten oder weniger schlecht ist uns nicht genug. Das Patriarchat muss fallen. Werden wir also gemeinsam aktiv, schließen wir uns in neuen Bündnissen zusammen.
Deshalb rufen wir euch alle auf, am 8. März 2019 mit uns gemeinsam auf der Straße zu protestieren und bei der anschließenden Veranstaltung neue Ideen und Ziele für unsere weiteren feministischen Kämpfe anzudenken.

Was bedeutet uns der Internationale Frauentag?
Es wird sich von selbst nichts ändern! In diesem Bewusstsein riefen die Teilnehmerinnen der II.
Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 191O in Kopenhagen den Internationalen Frauentag ins Leben. In den Jahren zuvor hatten Tausende Tabak- und Textilarbeiterinnen in den USA monatelang für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten gestreikt. Viele wurden verhaftet und kamen ins Gefängnis.
Während dieser Frauenstreiks entstand die Idee eines gemeinsamen jährlichen Kampftages zur Durchsetzung von Frauenforderungen. Die Idee des Internationalen Frauentages breitete sich aus.
Der Internationale Frauentag steht politisch in der Tradition gemeinsamer Kämpfe für eine Welt ohne
Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Die Befreiung der Frauen – nicht Gleichheit in der Ungleichheit – war das Ziel. Dem schließen wir uns an. Deshalb ist Feminismus ohne Kapitalismuskritik für uns undenkbar.
Kampf um Emanzipation und Frauenrechte hier darf nicht auf Kosten der Frauen in anderen Teilen der
Welt erfolgen. Frauenarmut, Gewalt gegen Frauen und Frauenhandel, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sind nach wie vor zentrale frauenpolitische Themen. Viele Frauen in aller Welt setzen sich mit ihrem Herzen, ihrem Verstand, ihrem Mut und oft auch mit ihrem Leben für emanzipatorische Veränderungen ein, kämpfen gegen Patriarchat und die Auswirkungen neoliberaler kapitalistischer Politik gleichermaßen. Mit ihnen fühlen wir uns verbunden, ihnen gilt unsere Solidarität, mit ihnen suchen wir nach kollektiven Lösungen und neuen Welten. Am Internationalen Frauentag machen wir deutlich, dass der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben immer noch auf der Tagesordnung steht. Nicht nur am 8.März, sondern 365 Tage im Jahr.