Kommt zur Seebrücken-Demo am Freitag 3.8.2018 in Karlsruhe 19 Uhr Kirchplatz St. Stephan Erbprinzenstr.

Stoppt den Wettbewerb der Unmenschlichkeit
Seenotrettung statt Grenzschutz – Fähren statt Frontex
Stoppt das Sterben im Mittelmeer – Kommt zur Seebrücken-Demonstration am Freitag, den 3. August 2018 in Karlsruhe. Auftaktkundgebung Kirchplatz St.Stephan (Erbprinzenstr.), 19.00 Uhr
Auch Karlsruhe liegt am Meer – machen wir Karlsruhe zum „Sicheren Hafen“!
Die Seebrücke ist eine Bewegung, die sich bundes- und europaweit einsetzt gegen die Behinderung der Seenotrettung im Mittelmeer, für ein Ende des Sterbens im Mittelmeer und für sichere Fluchtwege. Auch die Interventionistische Linke (IL) arbeitet in dieser Bewegung mit. Erkennungszeichen der Proteste ist Orange, die Farbe der Seenotrettung. (…)

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Im Februar 2004 rettet die Besatzung der Cap Anamur 37 Afrikaner aus Seenot – und löst damit eine europaweite politische Krise aus. Wochenlang wird die „Cap Anamur“ von Kriegsschiffen belagert, verweigern italienische Behörden das Einlaufen in den Hafen Porto Empedocle. Schließlich wird es genehmigt, aber kaum an Land, werden die Afrikaner unverzüglich abgeschoben. Der Kapitän und der Erste Offizier der „Cap Anamur“ sowie der Cap Anamur Vorsitzende Elias Bierdel wurden verhaftet und mit Androhung einer langjährigen Gefängnisstrafe in Italien wegen Schlepperei vor Gericht gestellt. Elias Bierdel berichtete uns 2007 bei einer Veranstaltung in Karlsruhe von der großen Solidarität, die letztlich die Verurteilung zu Fall brachte. Damals fuhren auch die Fracht- und Containerschiffe an den Schiffbrüchigen Flüchtlingen vorbei, „Zeit ist im Kapitalismus Geld und da bleibt kein Spielraum für solche Rettungsaktionen, außerdem wollten die Kapitäne und Reedereien Anklagen wegen angeblicher Schlepperei vermeiden.

Heribert Prantl schrieb damals dazu in der Süddeutschen Zeitung: „Wer an schiffbrüchigen Flüchtlingen vorbeifährt und sie ersaufen lässt, ist ein Unmensch. Der Mensch aber, der sie aus dem Meer fischt und an Land bringt, wird verhaftet. Diese teuflisch-absurde Alternative kennzeichnet Geist und Praxis des europäischen Asylrechts.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Beispiel zeigt aber auch: Es reicht nicht aus die in Seenot geratenen zu retten – sie brauchen auch einen „sicheren Hafen“ und eine Bleiberechtsperspektive für die Zukunft – Seenotrettung und die Verhinderung von Abschiebungen und eine Bleibeperspektive sind zwei Seiten einer Medaille!

Father Mussie Zerai hat vor über 10 Jahren in Italien die Solidaritätsinitiative „L‘Agenzia Habeshia“ gegründet und war danach als „die Telefonnummer“ für Seenotfälle insbesondere der eritreischen Geflüchteten bekannt. Mit seinem Einsatz hat er Tausenden von Bootsflüchtlingen zwischen Libyen und Italien das Leben gerettet. Die Initiative „kein mensch ist illegal“ in Hanau hat – inspiriert von Father Zerai – im Oktober 2014 das Alarm Phone für Geflüchtete und Migrant_innen in Seenot mit aufgebaut.

Father Mussie Zerai hat uns auf einer Veranstaltung in Karlsruhe im Sommer 2016 mit auf den Weg gegeben: Das Sterben an den Außengrenzen im Mittelmeer könnte von heute auf morgen beendet sein und den kriminellen Schlepperbanden das Handwerk gelegt, wenn sich die Menschen einfach Tickets für die vorhandenen Fähren kaufen könnten. Das hat heute noch genauso Gültigkeit.

Wer angesichts des Massensterbens an den EU-Außengrenzen tatenlos bleibt macht sich mitschuldig! „Auch Karlsruhe liegt am Meer“ – Wir verbinden die Aktionen gegen das Sterben im Mittelmeer mit ganz konkreten Forderungen an die Stadt Karlsruhe: Wir wollen das Karlsruhe, wie viele andere Städte, zum „sicheren Hafen“ wird, aktiv die Aufnahme von Geflüchteten und Geretteten anbietet und Ihnen eine Zukunftsperspektive eröffnet.

Wir wollen die europäischen solidarischen Städte sichtbar machen – gegen einen wachsenden Nationalismus auf EU Ebene. Wir lehnen die Kriminalisierung der Retter_innen entschieden ab! Gegen Internierungslager, Abschottung und das unmenschliche Abschieberegime!

Globale Bewegungsfreiheit ist unser Ziel! Solidarity4all!