Feminismus ist unsere Kraft – Solidarisch unsere Kampf- Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am Donnerstag, 8. März, Gaststätte Walhalla, Augartenstraße 27, 76137 Karlsruhe, 19:30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr)

Veranstaltet vom Frauenbündnis 8. März mit Unterstützung von:
DGB Nordbaden, Frauen aus ver.di, IG Metall und GEW, Frauen vom Kurdischen Gesellschaftszentrum Karlsruhe, Migrantinnenverein Karlsruhe e.V., Feministisches Kollektiv Karlsruhe e.V., DIE LINKE Karlsruhe, Interventionistische Linke (IL) Karlsruhe, laut*lila*links
NEIN zu Gewalt gegen Frauen – STOP violence against women – NO MAS violencia contra las mujeres
PROGRAMM:
★ “Weltreise zum feministischen Widerstand“
★ Gizem, internationale Frauenlieder
★ laut*lila*links – Kabarett & Songs
★ LIVEMUSIK – zum Tanzen – von vier Karlsruher Musikerinnen


Den sexistischen Normalzustand angreifen!

Ob in Lateinamerika, USA, Polen oder Indien – Frauen Was bedeutet uns der Internationale Frauentag?
weichen nicht mehr zurück, ducken sich nicht, bleiben nicht mehr leise und duldsam. In vielfältiger Weise
fassen sie neuen Mut und bringen ihren Protest gegen die patriarchalen und ausbeuterischen Verhältnisse an die Öffentlichkeit. Im Internet berichten zehntausende Frauen unter „Me Too“ (ich auch) oder „balance ton porc“ (verpfeif dein Schwein) über Erfahrungen mit sexistischer Anmache, Belästigung, Vergewaltigung.

„Die Nacht und die Straßen gehören auch uns – kein Übergriff darf ohne Antwort bleiben“ haben
Feministinnen in Madrid angekündigt. Unter dem Aufruf „Ni una menos“ (nicht noch eine) demonstrieren
in Argentinien immer wieder Zehntausende gegen Frauenmorde und Frauenfeindlichkeit. Die freiheitliche
kurdische Frauenbewegung spricht angesichts der Zunahme an Frauenmorden und Versklavung von
Frauen von Femizid. Sie kämpfen in Nordsyrien derzeit gegen die türkische Armee und deren
djihadistische Verbündete, um die in Rojava erreichten Errungenschaften – besonders für die Frauen
– zu verteidigen. In Indien haben sich Tausende von Frauen in Selbstverteidigungsgruppen organisiert. Im
pinkfarbenen Sari und mit pinkfarben angestrichenem Stock greifen sie ein, wenn Frauen Hilfe vor
häuslicher Gewalt suchen . An Protesten gegen die „Vergewaltigungskultur“ in Indien haben sich
hunderttausende Frauen aus allen gesellschaftlichen Bereichen beteiligt.
Auch in der BRD wird täglich mindestens eine Frau umgebracht, wurden 2016 offiziell fast 8.000 Fälle
schwerer sexueller Gewalt und Nötigung bekannt.

Frauenproteste sind mehr denn je eine treibende Kraft in sozialen Kämpfen und im Widerstand gegen undemokratische Verhältnisse. Wir Frauen wissen, dass Krieg, Krisen, neoliberale Wirtschaft und Politik unsere erkämpften Rechte angreifen. Und dass der Aufschwung rechter, nationalistischer und reaktionärer Bewegungen in Verbindung mit religiösem Fundamentalismus zu einer neuen Heftigkeit der Angriffe führt.
Über große Entfernungen hinweg entsteht feministische Solidarität, werden Perspektiven deutlich. In einem Antwortbrief an die kurdische Frauenbewegung (KJK) schreiben Frauen der zapatistischen Bewegung in Mexiko: „Der Kampf jeder Frau – wo immer auf der Welt, zu welcher Zeit auch immer sie kämpft und rebelliert, neue Wege des Zusammenlebens zu schaffen versucht – ist angesichts dieses patriarchalen kapitalistischen Systems, das uns unterdrückt, ein würdiger Schritt, der uns vereinen sollte. Nur im Zusammenbringen der antikapitalistischen und antipatriarchalen Kämpfe weltweit und wenn wir
uns organisieren und sprechen können, werden wir letztlich erfolgreich sein.“
… damit wir Freiheit leben können!

Notwendig ist die Bereitschaft von uns allen, uns zu widersetzen, nicht wegzuschauen, in allen
Lebensbereichen neue Formen der Solidarität und gegenseitiger Verantwortlichkeit zu praktizieren. Lasst
uns eine kämpferische gemeinsame feministische Front aufbauen. Lasst uns wie es die Frauen der kurdischen Freiheitsbewegung vorgeschlagen haben, das 21. Jahrhundert zum Jahrhundert der Frauenbefreiung machen.

Was bedeutet uns der Internationale Frauentag?
Es wird sich von selbst nichts ändern! In diesem Bewusstsein riefen die Teilnehmerinnen der II.
Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen den Internationalen Frauentag ins
Leben. In den Jahren zuvor hatten Tausende Tabak und Textilarbeiterinnen in den USA monatelang für
höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten gestreikt. Viele wurden verhaftet und kamen ins Gefängnis.
Während dieser Frauenstreiks entstand die Idee eines gemeinsamen jährlichen Kampftages zur Durchsetzung von Frauenforderungen. Die Idee des Internationalen Frauentages breitete sich aus.
Der Internationale Frauentag steht politisch in der Tradition gemeinsamer Kämpfe für eine Welt ohne
Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Die Befreiung der Frauen – nicht Gleichheit in der Ungleichheit -
war das Ziel. Dem schließen wir uns an. Deshalb ist Feminismus ohne Kapitalismuskritik für uns undenkbar. Kampf um Emanzipation und Frauenrechte hier darf nicht auf Kosten der Frauen in anderen Teilen der Welt erfolgen. Frauenarmut, Gewalt gegen Frauen und Frauenhandel, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sind nach wie vor zentrale frauenpolitische Themen.
Viele Frauen in aller Welt setzen sich mit ihrem Herzen, ihrem Verstand, ihrem Mut und oft auch mit
ihrem Leben für emanzipatorische Veränderungen ein, kämpfen gegen Patriarchat und die Auswirkungen
neoliberaler kapitalistischer Politik gleichermaßen. Mit ihnen fühlen wir uns verbunden, ihnen gilt unsere
Solidarität, mit ihnen suchen wir nach kollektiven Lösungen und neuen Welten.
Am Internationalen Frauentag machen wir deutlich, dass der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben immer
noch auf der Tagesordnung steht. Nicht nur am 8.März, sondern 365 Tage im Jahr.