INTERNATIONALER FRAUENTAG 2017 Keine Zukunft ohne Feminismus – Frauen auf die Barrikaden Veranstaltung – Mittwoch, 8. März – im Jubez am Kronenplatz, Karlsruhe

19:30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) – Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro Veranstaltet vom Frauenbündnis 8. März in Zusammenarbeit mit dem Jubez Karlsruhe.
PROGRAMM:
★ AUFTAKT – Der Internationale Frauentag
★ LAUT*LILA*LINKS – Frauenkabarett – Sketche & Songs
★ FEMINISMUS ist international – Redebeiträge gegen den Zeitgeist
★ KAMPFKUNST CAPOEIRA – rebellisch – stark – ermutigend
★ ESSBAR FÜR ALLE
Mit Unterstützung von:
DGB Nordbaden,
Frauen aus ver.di, IG Metall und GEW
Frauen vom Kurdischen Gesellschaftszentrum Karlsruhe
Feministisches Kollektiv Karlsruhe e. V.
Ortsgruppe Karlsruhe des Bundesverbandes der Migrantinnen
DIE LINKE
Interventionistische Linke (IL) Karlsruhe

Am 6. April um 19:30 Uhr laden wir ein zum feministischen Debattenabend.
Thema: Warum und wie auch feministischer Protest gegen die rechte Großveranstaltung
„Tag der deutschen Zukunft“ am 3. Juni in Karlsruhe notwendig ist.
Ort: Roter Stern, Gewerbehof Karlsruhe, Steinstraße 23, Karlsruhe

★Women‘s rights are human rights
Unter diesem Motto sind im Januar in mehreren Städten der USA mehr als 5 Millionen Menschen dem Aufruf zum „women´s march“ gefolgt, um gegen die sexistische, frauenverachtende und rassistische Politik des neuen Präsidenten Donald Trump zu protestieren. Aktivistinnen aus den unterschiedlichen sozialen Bewegungen haben dazu aufgerufen, eine neue feministische, antikapitalistische und antirassistische Bewegung zu schaffen, um eine gesellschaftliche Gegenmacht aufzubauen.
Antifeminismus
gehört zu den grundlegenden, sinnstiftenden Punkten rechter Ideologie und ist für breite gesellschaftliche Männerkreise anschlussfähig. Dabei geht es Neonazis und Rechtspopulisten nicht nur um die Propagierung eines rückwärtsgewandten und reaktionären Familienbildes, sondern um eine Kampfansage an alle emanzipatorischen Vorstellungen von Frauenleben, wirklicher Gleichberechtigung und der Vielfalt von Lebensformen. Die Mischung aus ökonomischen und ideologischen Angriffen auf das Leben von Frauen bedeutet aktuell eine neue Qualität der Auseinandersetzung, auf die wir uns einrichten müssen. Eine Politik, die sich nicht an den Bedürfnissen der Menschen, sondern an der Profiterhöhung orientiert und zu Armut und Ausbeutung führt, haben wir schon immer als Kampfansage an uns Frauen verstanden. Obwohl wir in den letzten Jahren an manchen Punkten Verbesserungen für Frauen erreichen konnten, hat sich an der patriarchalische Frauenunterdrückung nichts Grundlegendes geändert.
Viele Frauen haben sich mehr oder weniger in den Nischen des Kapitalismus eingerichtet und sich mit patriarchalischen Strukturen arrangiert. Wenn wir jedoch nicht bald in einer neuen feministischen Eiszeit leben wollen, müssen wir die Rückzugsinseln, die wir uns geschaffen haben, verlassen.
“Frauen auf die Barrikaden“
bedeutet, uns die Straße wie auch die politische Bühne zurückzuerobern. Mut machen uns die Kämpfe vieler Frauen weltweit, die sich gegen das reaktionäre frauenpolitische „Rollback“ und die Beschneidung des Lebensrechts von Frauen unter schwierigsten Bedingungen mutig entgegen stellen. Hunderttausende von Frauen haben in Polen, in Portugal, in Argentinien oder in Indien gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Frauen in den kurdischen Gebieten verteidigen unter Einsatz ihres Lebens unter anderem gegen den „IS“ und die türkische Armee ihre Vorstellung eines Gesellschaftsmodells, in der Frauenrechte verankert und auch umgesetzt werden.
Für eine feministische Offensive
verknüpfen wir unsere Kämpfe im Gesund-heitsbereich, gegen Frauenarmut oder gegen die selbsternannten Lebensschützer. Wir schließen neue Bündnisse und bringen Antifaschismus und Feminismus im Kampf gegen die AfD und die wieder erstarkende Rechte zusammen. Wenn Neonazis in Karlsruhe am sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ ihre rassistischen und frauenverachtenden Parolen verbreiten wollen, werden wir der Parole „Frauen gemeinsam sind stark“ neue Kraft verleihen und gemeinsam
Was bedeutet uns der Internationalen Frauentag?
Es wird sich von selbst nichts ändern! In diesem Bewusstsein riefen die Teilnehmerinnen der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 191O in Kopenhagen den Internationalen Frauentag ins Leben. In den Jahren zuvor hatten Tausende Tabak- und Textilarbeiterinnen in den USA monatelang für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten gestreikt. Viele wurden verhaftet und kamen ins Gefängnis. Während dieser Frauenstreiks entstand die Idee eines gemeinsamen jährlichen Kampftages zur Durchsetzung von Frauenforderungen. Die Idee des Internationalen Frauentages breitete sich aus.
Der Internationale Frauentag steht politisch in der Tradition gemeinsamer Kämpfe für eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Die Befreiung der Frauen – nicht Gleichheit in der Ungleichheit – war das Ziel. Dem schließen wir uns an. Deshalb ist Feminismus ohne Kapitalismuskritik für uns undenkbar. Kampf um Emanzipation und Frauenrechte hier darf nicht auf Kosten der Frauen in anderen Teilen der Welt erfolgen. Frauenarmut, Gewalt gegen Frauen und Frauenhandel, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sind nach wie vor zentrale frauenpolitische Themen.
Viele Frauen in aller Welt setzen sich mit ihrem Herzen, ihrem Verstand, ihrem Mut und oft auch mit ihrem Leben für emanzipatorische Veränderungen ein, kämpfen gegen Patriarchat und die Auswirkungen neoliberaler kapitalistischer Politik gleichermaßen. Mit ihnen fühlen wir uns verbunden, ihnen gilt unsere Solidarität, mit ihnen suchen wir nach kollektiven Lösungen und neuen Welten.
Am Internationalen Frauentag machen wir deutlich, dass der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben immer noch auf der Tagesordnung steht. Nicht nur am 8.März, sondern 365 Tage im Jahr.