Kundgebung aus aktuellem Anlass: Stoppt die Kriegspolitik der Türkei – Antikriegstag 1.9.2015 in KA

ACHTUNG!!!!!!!!!!!!!!!! Aus aktuellem Anlass !!!!!!!!!!!!!!!!
Antikriegstag 1.September 2015 -Kundgebung – Stoppt die Kriegspolitik der Türkei – Frieden im Nahen und Mittleren Osten – Rojava verteidigen
Treffpunkt 17.00 Uhr in Karlsruhe – Kirchplatz (Erbprinzenstr. /Ecke Herrenstr.)

Es rufen bislang u.A. auf: Tatort Kurdistan Karlsruhe, AKI Karlsruhe, DIDF Karlsruhe, iL Karlsruhe,
Kurdisches Gesellschaftszentrum Karlsruhe, OTKM Karlsruhe
Nach der Kundgebung gibt es eine Teilnahme an der traditionellen
Kundgebung des Friedensbündnis ab 18.00 Uhr am Platz der Grundrechte
Kontakt: il-karlsruhe@riseup.net

Aufruf zur Antikriegskundgebung aus aktuellem Anlass

Wenige Tage nach dem Mordanschlag in Pirsûs (Suruç) an eine
Kobanê-Aufbaudelegation von Jugendlichen der SGDF durch ein mutmaßliches
IS-Mitglied eskaliert die AKP-Regierung die Situation in der Türkei
zunehmend. Mehr als 1000 kurdische und andere linke AktivistInnen wurden
bisher verhaftet. Die türkische Regierung hat der kurdischen
Freiheitsbewegung erneut offiziell den Krieg erklärt. Die türkische
Luftwaffe bombardiert wieder PKK-Stellungen u.A.in den Kandil-Bergen und
in der Osttürkei. Dabei wurden auch viele Zivil_innen getötet und Wälder
bewusst in Brand gesetzt.

Die AKP und Staatspräsident Erdogan verhindern dadurch den
Lösungsprozess zwischen der PKK und der Türkei zur friedlichen Beilegung
des Kurdistan-Konfliktes und eine wirksame Bekämpfung des IS. Sie
stürzen das Land dadurch für machtpolitische Interessen geradewegs in
den Chaos
eines Bürgerkrieges, indem sie allen Kräften im Land, die für die
Demokratisierung der Türkei einstehen, den Krieg erklären.

Der Krieg des türkischen Staates ist nicht nur ein Krieg gegen die
Menschen, sondern ebenfalls ein Krieg gegen die Natur. Die
Bombardements, der Bau der Militärstationen und Militärstraßen, die
Verbrennung und Rodung von Wäldern und der Bau von riesigen Staudämmen
und Kraftwerken zerstört das natürliche Gleichgewicht, das natürliche
Leben in dem die Menschen jahrtausendelang im Einklang mit der Natur
lebten. Tausende Tier- und Pflanzenarten leiden unter diesem Angriff
auf die Flora und Fauna Kurdistans. Die Dorfverbrennungen taten ihr
übriges, indem sie die Menschen in die Städte zwangen und sie von ihrer
natürlichen Umgebung entrissen.

Das eigentliche Ziel Erdogans/der AKP ist die absolute Macht in der
Türkei Seit den Parlamentswahlen am 7. Juni 2015 kann die AKP in der
Türkei nicht alleine regieren. Der Einzug der links-liberalen HDP in das
Parlament verhinderte die absolute Mehrheit der AKP. Somit konnte
Erdogan das von ihm angestrebte Präsidialsystem nicht durchsetzen. Der
friedliche Kurs der HDP, ihr Einsatz zur Lösung der kurdischen Frage und
zur Demokratisierung der Türkei machte sie zu einer großen
demokratischen Oppositionspartei, die Erdogans autoritären Kurs und
seine Alleinherrschaft stoppen konnte. Die einzige Möglichkeit dazu
bietet nur noch eine unter kriegerischen und aggressiven Umstände
stattfindende Neuwahl in der Türkei, die Anfang November 2015
stattfinden soll.

Das selbsverwaltete Rojava in Nord-Syrien an der grenze zur Türkei und
Irak ist Erdogan und der AKP ein Dorn im Auge. Eine demokratische
Selbstverwaltung der Völker unter der Federführung der PYD bricht zudem
mit allen antidemokratischen, rassistischen und sexistischen Dogmen der
Staaten in der Region und ist deshalb der Alptrum der türkischen
Regierung und anderer Despoten in der Region.

Um ihre hegemonialen Ansprüche in Syrien zu erreichen unterstützte
Erdogans AKP de facto die Terrorbanden des IS. Nur mit dieser
Unterstützung konnte der IS den Genozid an die EzidInnen in
der Region Shengal (Irak) durchführen. Tausende Menschen, insbesondere
ezidische Frauen, wurden durch den IS verschleppt, vergewaltigt, auf
Sklavenmärkten verkauft oder auf brutalste Art ermordet. Auch der größte
Angriff des IS auf Kobanê ab September 2014 wäre ohne die
Unterstützung und Duldung der AKP nicht möglich gewesen.

Die aktuellen Bombardierungen der IS sind deshalb nur eine Farce.
Unterdessen erklärte die NATO,
trotz internationaler Kritik aus Politik und Gesellschaft, der Türkei
ihre „vollste Solidarität“

Die Genehmigung der Waffenexporte an die Türkei und die Stationierung
von Patriot-Raketen in der Türkei durch die Bundesregierung, das sture
Festhalten am PKK-Verbot durch das Bundesinnenministerium, die starke
wirtschaftliche und ökonomische Zusammenarbeit der EU mit der Türkei,
die zur Verfügung Stellung von geheimdienstlichen Information an die
Türkei durch die NATO oder die Verhaftung von türkischen und kurdischen
Oppositionellen (ATIK und NAV-DEM) spielen ausschließlich in die Hände
der AKP-Regierung.
Somit wird deren Politik in Syrien, die Unterstützung des IS, der
Kriegskurs gegen die KurdInnen, der islamistische Kurs gegen
AlevitInnen, ChristInnen und Nicht-Gläubige, die neoliberale
Wirtschaftspolitik und die krasse Ausbeutung von ArbeiterInnen, die
sexistische Politik gegen Frauen oder die autoritäre Politik gegen junge
Menschen direkt und indirekt durch die BRD, die EU oder die NATO

Schluss mit dem Kriegskurs des türkischen Staates !!! Rojava verteidigen!
Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie endlich ihre Politik zur
Türkei ändert, jegliche Waffenexporte in die Türkei und die Region
stoppt sowie ihren Beitrag zur friedlichen Lösung der kurdischen Frage,
durch die Aufhebung des PKK-Verbotes, leistet !!!