Tödliche Textilproduktion – Internationalistische Solidaritätsveranstaltung zum 1.Mai in Karlsruhe

Tödliche Textilproduktion -
über Geschmack lässt sich streiten, über Ausbeutung nicht

Internationalistische Solidaritätsveranstaltung zum 1. Mai
am Freitag, 25. April 2014, 19.30 Uhr
im Jubez (Großer Saal), Kronenplatz, Karlsruhe

u.a. mit
Dr. Thomas Seibert,
Südasienreferent von medico international
mit aktuellen Bildern und Berichten über die Lebensbedingungen und
die Gegenwehr der TextilarbeiterInnen in den Weltmarktfabriken

umrahmt vom Saxophon von
Karl-Martin Matt und Texten mit Babs Schenk

anschließend Gelegenheit zum Austausch
mit Ess-Bar, Getränken und Büchertischen und Musik

Veranstaltende: Aktionskreis Internationalismus (AKI Karlsruhe),
AG Blockupy Karlsruhe, Interventionistische Linke (IL) Karlsruhe,
unterstützt u.a. von Frauenbündnis 8.März, Liberacion eV.,
Linksjugend Solid, Trotz alledem, ver.di Landesfachbereich Handel,
ver.di Mittelbaden-Nordschwarzwald
und FreundInnen aus Eritrea, Türkei, Kurdistan
in Zusammenarbeit mit dem Jubez und medico international

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Zehra Khan hat leider für die Rundreise kein Visa bekommen.
Trotz aller Bemühungen von medico und von uns war dies bis zu Beginn der
Veranstaltungsreihe nicht mehr zu ändern, nachdem die Visa-Gewährung
beim letzten Besuch von Zehra völlig unproblematisch war.
So weit zum Thema „Willkommenskultur“ in Deutschland.

Es ist uns aber erfreulicherweise gelungen, Dr. Thomas Seibert,
den Südasienreferent von medico international als neuen Referenten zu gewinnen.
Thomas Seibert war selbst mehrfach in Bangladesh und Pakstan,
u.a. nach dem Rana Plaza Einsturz in Bangladesh am 24.4.2013,
Er hat umfangreiches Film- und Bildmaterial und berichtet vor allem auch über
den Widerstand der betroffenen KollegInnen in der Textilindustrie.
Außerdem wird das ganze musikalisch umrahmt vom Saxophon von
Karl-Martin Matt und Texten von Barbara Schenk und einer
anschließenden Ess-Bar
Solidarische Grüße
iL KA

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Der 24. April ist der Jahrestag des Rana Plaza-Einsturzes, bei dem mehr als 1127 Menschen getötet und 2438 verletzt wurden. Als ein vorläufiger Höhepunkt einer ganzen Serie von Katastrophen begräbt an diesem Datum 2013 ein neun stöckiges Hochhaus in Bangladesch Tausende Näherinnen und Näher unter sich. Der Einsturz des Rana Plaza Komplex löst sogar hierzulande Diskussionen über die mörderischen Bedingungen in der Textilindustrie aus. Nicht zuletzt weil auch deutsche Unternehmen dort produzieren ließen.

Am 11. September 2012 verbrennen bei einem Brand in einer Textilfabrik in Karatschi in Pakistan 300 Menschen. Am 24. November 2012 ereignet sich wieder ein Großband in einer Textilfabrik, diesmal in Dhaka. 100 Menschen sterben, weil sich Stromleitungen entzünden und Brandschutz als entbehrlich galt. Am 24. April 2013 folgt in Savar, ebenfalls in Bangladesch, die bislang verheerendste Katastrophe.

Von den Sklavenbetrieben in Bangladesch, Pakistan, Indien und anderen Ländern spannt sich das Netz der mitverantwortlichen Profiteure bis zu uns als EndverbraucherInnen. Im Wettbewerb um Aufträge drücken Textilfirmen die Produktionskosten ohne jede Rücksicht auf Gesundheit und Leben ihrer Beschäftigten. Ihre europäischen Auftraggeber planen die menschenverachtenden Bedingungen in ihre Kostenkalkulation mit ein. Auf ausländische Investitionen angewiesen, verschließen die Regierungen des Südens die Augen vor Verstößen gegen Sicherheitsstandards oder Arbeitsrechte. Das Netz der Mitverantwortung ist Teil eines globalen Wirtschaftssystems, das auf Ausbeutung und gnadenlosem Wettbewerb beruht.

Ali Enterprises ist kein Einzelfall – ob in Bangladesch, Pakistan, China, usw. – weltweit bezahlen und bezahlten hunderte und tausende zumeist Frauen die Billigproduktion der Bekleidungskonzerne, wie z.B. Kik, Mango und Benetton, C&A, Walmarkt, Primark, Zara, H&M mit ihrem Leben.

Die TextilarbeiterInnen brauchen unsere Unterstützung!
Nicht nur am 1.Mai – Solidarität ist unsere Stärke.

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1. Mai-Demonstration des DGB am 1. Mai 2014 in Karlsruhe
Beginn: 9.50 Uhr – diesmal wg Baustellen
am Kirchplatz St. Stephan, Erbprinzenstraße
anschließend im Stadtgarten
Kundgebung, Kulturprogramm und Infostände